Samstag, 04. April 2020

Notruf: 112

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Kommandant Alfons H. 1956 – 1974
Technischer Wandel : Tanklöschfahrzeug – Funk – Atemschutz

Alfons H. war seit 1954 stellvertretender Kommandant und schon als junger Mensch bei den nächtlichen Großeinsätzen des 2. Weltkrieges dabei gewesen. Bei einem, durch einen Luftangriff zerstörten Jugendhaus in Pirmasens, barg er mit seinen Kameraden über 20 tote Kinder. In seine Zeit fiel die Anschaffung der ersten umluftunabhängigen Atemschutzgeräte (1958). Bei den vielen Weinkellern in Maikammer war es während der Weinlese unerlässlich, verletzte oder verunglückte Personen aus den Gärkellern zu retten. Ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) ersetzte den alten Anhänger. Ein Meilenstein in den Jahren des wirtschaftlichen Wachstums war die Neuanschaffung des Tanklöschfahrzeuges (TLF 16/24). Ein Wassertank mit 2400 ltr. Inhalt war mit einer Schnellangriffeinrichtung das Modernste, was die Feuerwehrtechnik zu bieten hatte. So konnten Entstehungsbrände und kleinere Flächen- und Waldbrände sofort bekämpft werden, ohne zunächst die Wasserversorgung aufzubauen. Die Toreinfahrt im Feuerwehrhaus wurde vergrößert, der Hallenraum platzte jedoch bald aus allen Nähten. Denn im Jahre 1964 stellte der Landkreis Landau einen Unfallhilfewagen kostenlos zur Verfügung. Für die Unterhaltung und Wartung des Fahrzeuges zeichnete sich die Gemeinde verantwortlich. Der Fordbus "Transit" war mit einem Notstromgenerator, Greifzug, Motorsäge Solo-Rex, einer Hydraulikschere mit Handpumpe sowie den verschiedensten Werkzeugen für die technische Hilfeleistung bestens ausgerüstet.

 Eine dringende Notwendigkeit war die Ausstattung der Fahrzeuge mit Funkgeräten im Jahre 1967. Erstmals war es möglich, mit Feuerwehren aus der Umgebung bei überörtlichen Einsätzen und Waldbränden zu kommunizieren. Die Notruf-Nummer 112 ging ab sofort bei der Hauptwache in Neustadt ein, die wiederum Sirenenalarm in Maikammer auslöste. Ohne Telefon und Strom konnte sofort Rückmeldung erfolgen, oder weitere Hilfsdienste angefordert werden. Im Jahre 1971 waren alle drei Fahrzeuge mit Funkgeräten ausgestattet.

Kommandant Karl B. 1974 – 1986
Beginn einer Ära: Vom Kommandant zum Kreisfeuerwehrinspekteur

Die Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz im Jahre 1969 zeigte ihre Auswirkungen auf die Feuerwehren. Wichtige und zentrale Aufgaben gingen von der Ortsgemeinde auf die Verbandsgemeinde über, so auch die Feuerwehr. Bürgermeister Johannes Damm und der Beigeordnete Robert U. waren lange Jahre für die Belange der Feuerwehr verantwortlich. Die Verwaltungsangelegenheiten erledigte Amtmann Alfred E. Ab sofort wurden die Feuerwehren Kirrweiler, Maikammer und St.Martin zentral verwaltet, jedoch eigenständig geführt. Die Kommandanten der einzelnen Wehren werden zu Wehrführern ernannt, Chef der gesamten Feuerwehr war der Wehrleiter. Die Einsatzleitung hatte ab sofort der Verbandsbürgermeister. Rudolf M. fiel als erster Bürgermeister der Verbandsgemeinde diese Aufgabe zu. Karl B. übernahm die Aufgabe des Wehrführers der Gemeinde Maikammer und des Wehrleiters der Verbandsgemeinde. Die Zusammenarbeit der Wehren untereinander war sein Ziel, Kirchturmdenken wurde Stück für Stück abgebaut. Mit gemeinsamen Übungen, Ausbildungen und Einsätzen kamen sich die Wehrmänner rasch näher. Heiße Diskussionen um jede Sekunde gab es jedes Jahr beim Wettkampf der drei Feuerwehren untereinander am St.Martiner Sandwiesenweiher. Auch die jahrelange, sehr gute Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt wurde mit ihm ausgebaut und weiter verstärkt.

Zum 100-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Maikammer und dem zweiten Kreisfeuerwehrtag vom 16.-18. August 1975 wurde ein Festzelt neben der Turnhalle aufgestellt. Die gesamte Mannschaft erhielt neue Uniformen. Außerdem wurde die Feuerwehrfahne angeschafft.

Im sehr trockenen Sommer 1976 war die Feuerwehr besonders gefordert. Über 11 Flächen- und Waldbrände, sowie zahlreiche Wohnhausbrände mussten trotz erheblicher Wasserknappheit bekämpft werden. Weiterhin wurde Wasser von Neustadt in den Wasserbehälter im Alsterweiler Tälchen gefahren. Im März 1978 fand der erste Kameradschaftsabend der gesamten Feuerwehr der Verbandsgemeinde im Siegerkeller statt. Beim Maiball der Feuerwehr im Jahre 1980 erstrahlte die Turnhalle in einem Blumenmeer. Bei der Jahresinspektion an der Seniorenanlage wurde Kreisfeuerwehrinspekteur Ottmar G. verabschiedet. Auch das Tragkraftspritzenfahrzeug quittierte dort seinen Dienst. Der technische Wandel in der Feuerwehr vollzog sich Ende der 70er Jahre immer rasanter. Zunehmend wurde die Wehr zu Verkehrsunfällen mit Schwerverletzten und Toten gerufen, auch die Einsätze mit Heizöl und Ölspuren nahmen deutlich zu. Als Ergänzung und zusätzlicher Sicherheit wurden neue Atemschutzgeräte gekauft. Das Tragkraftspritzenfahrzeug wurde 1981 durch ein moderneres ersetzt, ein Satz Lufthebekissen ergänzte die Ausrüstung im Unfallhilfewagen. 18 Funkalarmempfänger (Piepser) läuteten eine neue Epoche der Alarmierung ein. Nach Einführung der bundeseinheitlichen Notrufnummer 112, lief die Alarmmeldung zur Hauptfeuerwache Neustadt; diese alarmierte über Alarmempfänger, sodass jeder Feuerwehrmann wusste, um welchen Einsatz es sich handelte. Sirenenalarm hörten die Bewohner immer seltener.

Mit Sabine B. und Karin K. drangen die ersten Frauen in die Männerdomäne der Feuerwehr vor.

Die jahrzehntelange beengten Raumverhältnisse im Feuerwehrhaus an der Hartmannstraße veranlassten die Verwaltung, unter ihrem Verbandsbürgermeister Norbert H. ein neues Haus zu bauen. Da auch ein neues Rathaus in Planung stand, einigte man sich nach langen Diskussionen auf ein gemeinsames Projekt ohne Schlauchturm an der Immengartenstraße.

Grundsteinlegung war am 16. September 1982, die offizielle Einweihung fand am 25. August 1983 statt. Das neue Feuerwehrhaus kostete 920.000 DM. Die Zuschüsse hierfür beliefen sich auf stattliche 805.000 DM, wobei die GB Chemie 200.000 DM beisteuerte, sodass die Verbandsgemeinde noch einen Rest von 115.000 DM zu finanzieren hatte. Eine Zusammenarbeit besonderer Art begann mit der Einweihung der Ausbildungsstätte der BG Chemie am 8. November 1984. Ein Mann der ersten Stunde war auch hier der Wehrführer Karl B. Immer wieder verstand er es, gute nachbarschaftliche Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Zahlreiche Experimental- und Objektübungen im Lehrsaal der BG Chemie unter der Leitung von Herrn Dr. Hammer, verbesserten den Ausbildungsstand der Feuerwehren erheblich. Mit dem neuen Verbandsbürgermeister Karl S. bekam die Feuerwehr einen kompetenten Ansprechpartner als Chef.

Der Unfallhilfewagen musste 1986 durch einen Gerätewagen für über 60.000 DM ersetzt werden, wobei die Inneneinrichtung und Ausrüstung weitestgehend weiter verwendet wurde. Der Verbandsgemeinderat beschloss eine Satzung, wonach technische Einsätze und Hilfeleistungen von nun an kostenpflichtig wurden. Brandeinsätze sind jedoch weiterhin kostenfrei. Im Juli 1986 wurde Karl Breitner auf Grund seiner hervorragenden Leistungen zum Kreisfeuerwehrinspekteur des Landkreises Südliche Weinstraße als Nachfolger von Karl M. gewählt. Für seine grandiosen Verdienste um das Feuerwehrwesen wurde ihm am 29. November 1997 das Goldene Feuerwehrehrenzeichen am Bande vom Ministerium des Innern Rheinland-Pfalz verliehen. Das Amt des Kreisfeuerwehrinspekteurs führte er mit großem Einsatzwillen bis 1998. Bei seiner Verabschiedung am 21. Juni 1998 verlieh ihm die Landrätin das Wappenschild des Landkreises Südliche Weinstraße. Auch der Deutsche Feuerwehrverband überreichte Karl B. das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold für seine herausragenden Leistungen.

 

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